FAQ Defibrillator

Defibrillator kann zu einem Fahrverbot führen, stimmt das?

ICD Auto fahren

Bei Fahrzeugführern (Motorradfahrer, Autofahrer und Fahrer von anderen kleinen Fahrzeugen mit / ohne Anhänger) sollten nur minimale und auch nur vorübergehende Restriktionen auferlegt werden, die Tendenz geht zur Verkürzung der Zeit des Fahrverbotes. Bei niedrigem Risiko sollten nicht mehr als drei Monate Fahrverbot auferlegt werden.

LKW fahren mit ICD

LKW fahren mit ICD erlaubt? Es gilt, dass die Voraussetzungen zur Bewältigung der Anforderungen im Personen- und Güterverkehr (Kraftfahrzeugführer von LKW (>3,5 t) und Fahrzeugführer, die von Berufswegen mehr als acht Passagiere befördern) in der Regel für Patienten mit implantieren Defibrillator nicht mehr gegeben sind.

Das Risiko einer plötzlichen Bewusstlosigkeit durch eine Rhythmusstörung oder die Schockabgabe des Geräts wird im öffentlichen Raum als zu hoch eingestuft. Ausnahmen sind hier extrem selten und erfordern individuelle Einzelfallbeurteilungen durch spezialisierte Kardiologen. Für Betroffene ist es essenziell, diese Fristen genau einzuhalten, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden und die eigene Sicherheit sowie die anderer Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

Was sind die Indikationen für einen Defibrillator?

Sekundärprävention:

  • Überstandener Herz-Kreislauf-Stillstand
  • Zustand nach Kammer-Tachykardie

hämodynamisch instabil, Synkope
hämodynamisch stabil

Primärprävention

  • Koronaren Herzkrankheit (KHK/ Z.n. Myokardinfarkt)
  • Nichtischämische dilatative Kardiomyopathie (Erweiterung der linken Herzkammer)
  • Herzinsuffizienz und linksventrikuläre Ejaktionfraktion < 35% unabhängig von der kardialen Grunderkrankung

Angeborene Erkrankungen:

  • hypertrophe Kardiomyopathie
  • Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie
  • Langes QT-Syndrom
  • Kurzes QT-Syndrom
  • Burgada-Syndrom

Braucht man einen Defibrillator nach Herzinfarkt?

Für koronarkranke Patienten, die sich im chronischen Postinfarktstadium befinden (letzter Myokardinfarkt mindestens einen Monat zurückliegend) und deren linksventrikuläre Auswurffraktion ≤ 30% beträgt, konnte in einer prospektiven, randomisierten Studie ein signifikanter Überlebensvorteil zugunsten der mit einem ICD therapierten Gruppe gezeigt werden.

Was sind die Risiken einer Defibrillator-Implantation?

  • Pneumothorax (Verletzung der Lungenhaut mit Luftansammlung zwischen der Lunge und der Brustkorbwand mit Notwendigkeit einer Drainage-Anlage)
  • Hämatothorax (Blutung in den Brustkorb mit Notwendigkeit einer Drainage-Anlage oder sogar einer Operation)
  • Verletzung der Herzmuskel mit oder ohne Herzbeuteltamponade (mit Notwendigkeit einer Punktion des Herzbeutels oder sogar einer Operation mit Herz-Lungen-Maschine)

Was sind die Risiken eines implantierten Defibrillators?

  • Venen-Thrombosen (Thromben im Bereich der intravenös liegenden Sonden)
  • Sondenperforation (Verletzung der Herzmuskel mit oder ohne Herzbeuteltamponade)
  • Sondendislokation (Lagewechsel der Sonden mit Notwendigkeit einer Revision)
  • Tascheninfektion (Infektion im Bereich der Aggregattasche)
  • Sondeninfektion mit Enokarditis (Entzündung im Herzen mit ggf. Notwendigkeit einer Herz-OP)

Brauch man einen Defibrillator bei einer Herzinsuffizienz?

Bei Patienten mit den klinischen Parametern (Herzinsuffizienz NYHA-Klasse II oder III und reduzierte linksventrikuläre Funktion ≤ 35%) besteht somit eine Indikation zur Implantation eines 1-Kammer-ICD (1-Kammer-Defibrillator). Diese gilt unabhängig von der Grunderkrankung (ischämische/nicht ischämische Kardiomyopathie) und vom Schweregrad der Symptomatik (NYHA-Klasse II/III), besonders aber für Patienten der NYHA-Klasse II.