Stentimplantation

Herzchirurgen kontaktieren

Stentimplantation Herz

Ein Stenwird nicht im Herzen selber, sondern in einem Herzkranzgefäß implantiert. Herzkranzgefäße dienen der Blutversorgung des Herzens. Wird eine Herzkranzgefäßverlegt, kommt kein Sauersott an das Herzmuskel. Deswegen ist es so wichtig eine Engstelle zu lokalisieren.

Stentimplantation Ablauf

Nach der genauen Lokalisierung der Verengungen in den Herzkranzgefäßen platziert man in diese einen Ballon, dessen Aufblasen die Verengungen erweitert. Das Ergebnis wird mit einem sich selbst entfaltendem Metallröhrchen fixiert. Diese Metallröhrchen oder Stents werden auch mit dem Herzkatheter in den Herzkranzarterien platziert und mit einem aufblasbaren Ballon entfaltet. Durch diese Manipulationen wird der Blutfluss wieder hergestellt.

Stentimplantation video

Wie viel Stents verträgt ein Herz?

Es gibt keine strikte Obergrenze für die Anzahl der implantierten Stents. Vielmehr stellt sich die Frage, ob die Implantation eines oder mehrerer Stents im Einzelfall medizinisch sinnvoll ist. Entscheidend ist dabei, wie viele Herzkranzgefäße verengt sind, wo genau diese Engstellen liegen und ob der Hauptstamm der linken Herzkranzarterie betroffen ist. Eine Stentimplantation orientiert sich daher immer eng an den aktuellen medizinischen Empfehlungen (Leitlinien).

Stentimplantation Risiko

Die Risiken, denen Patienten bei einer Stentimplantation ausgesetzt sind, lassen sich in schwerwiegende unerwünschte kardiale und zerebrovaskuläre Ereignisse sowie periphere Komplikationen unterteilen.

Zu diesen Ereignissen (oft als MACCE zusammengefasst) gehören:

  • Tod (meist infolge einer Herz-Kreislauf-Ursache)

  • Herzinfarkt (Myokardinfarkt)

  • Schlaganfall (zerebrovaskuläres Ereignis)

  • Erneute Gefäßöffnung (Revaskularisation): Wenn sich der Stent oder Bypass verschließt und ein erneuter Eingriff notwendig wird.

Diese Ereignisse (Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall,erneute Gefäßeröffnung) treten innerhalb von 7 Tagen nach der Stentimplantation in ca. 3,9 % der Fälle bei Patienten ohne vorherigen Herzinfarkt und in ca. 14 % der Fälle bei Patienten mit akutem Herzinfarkt auf.

Zu den peripheren Komplikationen einer Stentimplantation zählen Blutungen, Hämatome an der Einstichstelle, allergische Reaktionen auf periprozedural verabreichte Medikamente sowie die Strahlenbelastung durch die Durchleuchtung. In der Regel stellen diese Komplikationen keine schwerwiegenden Probleme dar und lassen sich gut behandeln.

Stentimplantation Nebenwirkungen

Da Stents Fremdkörper sind, können sie als Prädilektionsstellen für Thrombenbildung fungieren. Solche Stent-Thrombosen können wiederum zu einem erneuten Herzinfarkt führen. Um dieses Risiko zu minimieren, ist die konsequente Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten nach der Implantation essenziell.

Stentimplantation Sterberate

~ 1,9% beträgt die 30-Tage – Sterblichkeit (8. bis 30. postprozeduraler Tag)
~ 6,1% beträgt die 1-Jahres-Sterblichkeit (31. bis 365. postprozeduraler Tag)