FAQ Aortenersatz
Aortenersatz: Verfahren, Lebenserwartung und wichtige Patientenhinweise
Aortenersatz oder Ersatz der Hauptschlagader (Aorta) ist ein lebensrettender Eingriff, der bei einem Aortenaneurysma oder einer Aortendissektion (Riss der Gefäßwand) notwendig wird. Dank moderner Chirurgie und innovativer Aortenersatz-Prothesen hat sich die Prognose für Betroffene in den letzten Jahren deutlich verbessert.
Aortenersatz: Lebenserwartung und Prognose
Ohne Aortenersatz ist die Prognose, insbesondere bei einer Typ-A-Dissektion, kritisch: Etwa 40 % der Betroffenen versterben unmittelbar nach dem Ereignis; die Sterblichkeit steigt ohne Therapie stündlich um ca. 1 %. Nach vier Wochen liegt die Mortalitätsrate ohne Eingriff bei 90 %.
Durch einen zeitnahen Aortenersatz wird die Überlebenschance massiv gesteigert. Die perioperative Sterblichkeit liegt heute zwischen 5 % und 20 %. Die Langzeitprognose (5-Jahres-Überlebensrate von 50–70 %) hängt stark von Begleiterkrankungen und der konsequenten Nachsorge ab.
Aortenersatz-Material und Prothesen
Beim chirurgischen Eingriff kommen hochmoderne Aortenersatz-Materialien zum Einsatz. In der Regel handelt es sich um eine Aortenersatz-Prothese aus gewebtem Kunststoff (Dacron oder PTFE). Diese Polymerschläuche sind extrem langlebig und biologisch gut verträglich.
Aortenersatz: Endovaskulär vs. Offen
Je nach Lokalisation gibt es zwei Hauptverfahren:
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Offener Aortenersatz: Über eine Sternotomie (Brustbeineröffnung) oder Laparatomie (Baucheröffnung).
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Endovaskulärer Aortenersatz (EVAR/TEVAR): Hier erfolgt der Aortenersatz per Katheter über die Leiste. Ein Stent-Graft wird minimalinvasiv an die betroffene Stelle geschoben und entfaltet.
Wichtige Aspekte im Alltag nach der Operation
Aortenersatz und Antikoagulation
Ein großer Vorteil: Eine lebenslange Aortenersatz-Antikoagulation (starke Blutverdünnung wie Marcumar) ist allein wegen der Gefäßprothese nicht notwendig, da das Material keine Blutgerinnsel provoziert – anders als bei mechanischen Herzklappen.
Aortenersatz und Zahnarzt-Besuch
Patienten mit einem Aortenersatz sollten ihren Zahnarzt vor Behandlungen immer informieren. In den ersten Monaten nach der OP oder bei gleichzeitigem Klappenersatz kann eine Endokarditis-Prophylaxe (Antibiotika-Gabe) notwendig sein, um Infektionen der Prothese zu verhindern.
Bildgebung: Aortenersatz im Röntgen
Eine installierte Prothese ist im herkömmlichen Aortenersatz-Röntgen oft nur dezent sichtbar (meist durch Markierungspunkte). Für die Nachsorge sind CT- oder MRT-Untersuchungen der Goldstandard, um die Dichtigkeit der Prothese zu prüfen.
Spezielle Informationen
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Aortenersatz bei der Frau: Studien zeigen, dass Frauen oft erst in höherem Alter und mit kleineren Gefäßdurchmessern operiert werden. Eine frühzeitige Diagnose ist hier besonders wichtig.
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Aortenersatz ICD-10: In der medizinischen Abrechnung und Dokumentation wird der Aortenersatz meist unter ICD-10 Z95.8 (Vorhandensein von sonstigen kardialen oder vaskulären Implantaten) oder spezifischen Operationscodes (OPS) geführt.
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Aortenersatz Kosten: Die Kosten für den Eingriff sind hoch und werden in Deutschland über das DRG-System der Krankenkassen voll übernommen. Sie variieren je nach Prothesenart (z. B. verzweigte Stents) und Liegezeit.
Mögliche Komplikationen bei Aortenersatz
Wie bei jedem großen Eingriff gibt es Risiken:
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Undichtigkeiten an den Nahtstellen (Endoleaks bei Katheter-Verfahren).
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Gewebeveränderungen oder Infektionen.
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Bildung neuer Aneurysmen an bisher nicht behandelten Abschnitten der Aorta (aufgrund der Grunderkrankung des Gewebes).
Aortenersatz Zusammenfassung
Die Zusammenfassung zum Aortenersatz können Sie unseren Artikel „Ersatz der Aorta ascendens“ und „Aortenbogen- und Teilbogenersatz“ entnehmen.

